Der Regenbogen der im Schilf geboren wurde

Als die Erde noch jung war und Gott gerade dabei war die Gestalten zu formen, sah er das am Firmament noch viel Platz war. Lange wusste er nicht, was er machen sollte. Er schaute ins Wasser, er schaute in die Wolken, er schaute ins Schilf und er seufzte laut.

Die Fische schauten ihm dabei von unten zu und all die bunten Vögel von oben.

Das Schilf flüsterte unentwegt mystische Namen in den Wind und die Bäume ließen ein paar Blätter fallen. Gott saß immer noch auf demselben Stein am Ufer des Sees, wie vor ein paar Tagen. Es behagte ihm nicht, dass er so gar nicht wusste, was denn noch fehlte.

Als er weiter ins Schilf starrte, auf der Suche nach Antworten, horchte er plötzlich auf…

Die einzelnen Schilfrohre schienen ein Spiel zu spielen, wenn Eins rot sagte, antwortete das Andere mit blau,   und wenn dann das Nächste mit Grün weitermachte, antwortete das Vierte mit lila.

Gott wunderte sich sehr über dieses Spiel, dessen Regeln er nicht verstand.

Also näherte er sich dem Schilf und fragte es: „Was macht ihr da Interessantes, warum zählt ihr die Farben auf ?

Das Schilf flüsterte ihm zu:“Wir sehen den ganzen Tag nur blau, unter uns ist blaues Wellenwasser, über uns ist blauer Himmel – wir sehnen uns nach mehr Farben und das Schilf seufzte kollektiv leise im Wind.

Gott dachte nach und brummte: „Hmmm, ja, stimmt, die Erde, die ich erschaffen habe, ist bunt, aber der Himmel nicht. Also werde ich die Farbenreste, die hinter meiner Wolkendecke in den großen Farbtöpfen wartet, wohl auch einsetzen.“ Sprachs und verschwand.

Als sich die nächste Nacht über das Firmament spannte, machte sich Gott in aller Früh an die Arbeit, er kleckerte und kleisterte, malte und tropfte.

Der Tag erwachte und das Schilf flüsterte aufgeregt:

„Seht nur, seht nur, unser Spiel, es ist lebendig geworden.“

Tatsächlich, nach den frühen Regentropfen sahen es alle: die Fische im Teich, die bunten Vögel in der Luft, das wehende Schilf und die prachtvollen Bäume.   Ein langer Bogen, welcher sich in allen Farbschattierungen quer über den Himmel spannte, tauchte alles auf der noch jungen Erde und am Himmel in ein farbenfrohes buntes Bild. Jetzt war Gott angekommen.

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